Open Call – FWT: Köln sucht Koproduktionen & Gastspiele für 2027
Frist: Freitag, 01. Mai 2026
Themenfokus: Dimensionen des Verlusts Einreichfrist: 1. Mai 2026.
Beratungs- und Informationstermine in der zweiten Aprilhälft
Ob ökonomische Unsicherheit, ökologische Zerstörung oder politische Verschiebungen – das Gefühl von Verlust ist allgegenwärtig. Die technologische Moderne verspricht Fortschritt, Wachstum und Innovation. Doch während sie unaufhörlich Zukünfte produziert, häufen sich die Verluste – von Lebensräumen, Arten, Gewissheiten, Körpern und Beziehungen. Was nicht ins Narrativ des Fortschritts passt, wird verdrängt. Verlust erscheint als bloßes Sentiment – und ist doch immanenter Bestandteil unserer Zeit. Und: Verlust ist ungleich verteilt: Der Verlust der einen ist oft die Voraussetzung für den Gewinn der anderen – von Kolonisierung bis Klimakrise, von Gentrifizierung bis Automatisierung. Wer verliert was? Wessen Verlust wird sichtbar, wessen verschwindet? Auch im Persönlichen prägt Verlust Erfahrungen von Nähe, Identität und Zukunft. Technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz verschärfen diese Fragen und berühren grundlegende Vorstellungen von Arbeit und Autonomie. Verlust ist nicht nur ein Zustand, sondern ein Prozess – etwas, das Zeit braucht und durchlebt werden muss. Er markiert nicht nur ein Ende, sondern öffnet Leerstellen, in denen neue Perspektiven, Allianzen und Formen des Widerstands entstehen können.
Wer wir sind Das FWT: Köln ist seit fast 50 Jahren ein Ort für avancierte Bühnenkunst und gesellschaftliche Debatten. Wir verstehen uns als Theater und Labor der Gegenwart: ein Raum, in dem Perspektiven verschoben, Ambivalenzen ausgehalten und neue Erzählungen erprobt werden. Unter dem Label Focus on: widmen wir uns in kuratierten Themenreihen jenen Fragen, die unsere Gegenwart besonders prägen – künstlerisch, diskursiv und im Austausch mit der Stadtgesellschaft. Ob Stückentwicklung, Performance, Installation oder Audio Walk – das inhaltliche Interesse bestimmt die künstlerischen Mittel. Unsere Spielorte reichen von Bühnen und Probenräumen über das Foyer bis in den Stadtraum und digitale Kontexte. Was wir suchen Für unseren Themenfokus Dimensionen des Verlusts suchen wir künstlerische Arbeiten, die sich auf poetische, verdichtete, radikale oder widersprüchliche Weise mit Verlust auseinandersetzen. Gesucht werden Positionen, die persönliche und gesellschaftliche Ebenen verschränken, das Politische im Schmerz freilegen und Verlust nicht nur verhandeln, sondern befragen: als Erzählung, als Verkörperung, als Verschiebung. Uns interessiert, welche Ästhetiken aus Brüchen, Leerstellen und Übergängen entstehen – und was im Verlust selbst wirksam wird: Möglichkeit, Transformation, vielleicht sogar eine unerwartete Form von Freiheit.
Wir suchen Arbeiten aus den Bereichen Theater, Tanz, Performance und Medienkunst, die gemeinsam mit dem FWT: Köln und ggf. weiteren Partnern 2027 neu kreiert werden. Ebenso suchen wir Gastspiele von Arbeiten, die bis spätestens Ende September 2026 erstmals zur Aufführung kommen. Willkommen sind künstlerische Handschriften mit einer eigenständigen ästhetischen Sprache, die Grenzen zwischen Formen, Disziplinen und Perspektiven verschieben und neue Zugänge eröffnen. Wir ermutigen dabei ausdrücklich Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, sich zu bewerben.
Was wir bieten
Ausgewählte Projekte unterstützen wir durch: Proben- und Aufführungsräume technische und dramaturgische Betreuung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Unterstützung bei Förderanträgen einen Koproduktionsbeitrag (2.000–3.000 €) Bei ausgewählten Gastspielen stellen wir gemeinsam einen Antrag auf Gastspiel- und Wiederaufnahmeförderung und bringen Eigenmittel in benötigter Höhe ein. Darüber hinaus steht das Leitungsteam als kontinuierlicher Ansprechpartner zur Verfügung.
Was wir von euch brauchen
Die Einreichung erfolgt über zwei getrennte Onlineformulare für Koproduktionen und Gastspiele bis zum 1. Mai 2026. Die Rückmeldungen versenden wir bei Koproduktionen bis Anfang Juni, bei Gastspielen bis Oktober 2026. Einreichungen, die uns auf anderen Wegen (via Mail/Post) erreichen, können leider nicht berücksichtigt werden.
Über die Kurzinfos im Formular hinaus benötigen wir bei Koproduktionen 2–3-seitige Projektskizze (Projektbeschreibung, Arbeitsweise, Koproduktions- & Kooperationspartner) Informationen zum künstlerischen Team / Viten der Projektverantwortlichen Recherchematerial / Textauszüge / Skizzen (so vorhanden)
Links zur Videodokumentation bisherigen Arbeiten (so vorhanden)
Kosten- und Finanzierungsplan mit weiteren Förderern und Partnern
Zeitplan mit präferierten Proben- und Aufführungsterminen 2027
bei Gastspielen/ bereits produzierten Arbeiten 1-seitige Beschreibung der Arbeit Ankündigungstext & Trailer (sofern bereits vorhanden)
Video der (ganzen) Arbeit und/oder Sichtungstermine bis zum 30. September 2026
Informationen zum künstlerischen Team/ Viten der Projektverantwortlichen
Übersicht bisheriger/ zukünftiger Aufführungsorte und Presseberichte (so vorhanden)
Kostenplan des Gastspiels (inklusive Reise- und Unterkunftskosten)
Gewünschte Aufführungstermine im FWT: Köln
Bitte fügt alle Dokumente in einer PDF-Datei (max. 10 MB) zusammen und ladet diese ausschließlich über das Onlineformular hoch. Zeitlicher Ablauf & Beratung Bei Fragen zur Ausschreibung laden wir herzlich zur Teilnahme an unseren Infozooms und Sprechstunden ein. Ansprechpartner für die Ausschreibung ist Jascha Sommer. Info-Zooms (online): Donnerstag, 23. April, 17-18 Uhr Dienstag, 28. April, 9-10 Uhr Individuelle Sprechstunden (via Telefon oder Zoom): Freitag, 24. April, 9:30-11 Uhr Mittwoch, 29. April, 09:00–11:00 Anmeldung und Fragen bitte über: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Dank & Hinweis zum Schluss Wir freuen uns sehr auf Eure Einreichungen – und wissen, wie viel unbezahlte Arbeit damit verbunden ist. Dafür möchten wir Euch schon jetzt herzlich danken! Die Auswahl der Projekte erfolgt durch das künstlerische Leitungsteam des FWT: Köln; ein Anspruch auf Teilnahme oder Realisierung besteht mit der Einreichung nicht. Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund der erfahrungsgemäß hohen Zahl an Einreichungen keine individuellen Begründungen für Absagen geben können. Bei weitergehendem Interesse an einem Austausch kommen wir – je nach Kapazität – im Nachgang gern ins Gespräch.
- Tags: Darstellende Kunst, MEDIENKUNST, Performance, TANZ