Programm für Kunstpavillon & Neue Galerie, Künstler*innen Vereinigung Tirol
Frist: Dienstag, 30. Juni 2026

Eine Gesellschaft, die nicht mehr dazu in der Lage ist, die sie umgebenden Systeme zu deuten und zu verstehen, erleidet eine Art Schockzustand, der stetig wachsende Teile der Gesellschaft in konservative und restriktive Muster flüchten lässt. Misogynie als machtstabilisierende Praxis ist eines von vielen Symptomen volatiler Zeiten. Das Gefühl eines Kontrollverlusts, inszeniert als gescheiterte Männlichkeit, trägt autoritäre Einstellungen immer stärker in den gesellschaftlichen Mainstream. Die Künstler*innen Vereinigung Tirol widmet sich in ihrem Jahresprogramm 2027 Thresholds Ausstellungen und künstlerischen Positionen, die Gegenmodelle oder gegenkulturelle Dynamiken zu diesem konservativen, antimodernen und autoritären Backlash aufzeigen und alternative Strategien erproben.
Das Produktionsbudget pro eingereichtem Projekt beträgt max. EUR 3.500,- für den Kunstpavillon und EUR 3.000,- für die Neue Galerie. Dies beinhaltet anfallende Produktionskosten für die Neuproduktion von künstlerischen Arbeiten, Ausstellungsarchitektur und Raumwiederherstellung, Leihgebühren, Technik sowie Material-, Reise-, Unterbringungs- und Transportkosten.
Zusätzlich zum Produktionsbudget werden auch Kosten für Honorare von der Künstler*innen Vereinigung Tirol übernommen. Hierfür steht ein Maximalbetrag von EUR 2.000,- (inkl. USt.) pro Ausstellung zur Verfügung.
Alle eingereichten Projekte werde in einem mehrstufigen Sichtungsverfahren von der künstlerischen Leitung der Künstler*innen Vereinigung Tirol – Kunstpavillon und Neue Galerie –vorsortiert. Bewerbungen, die den Ausschreibungskriterien nicht entsprechen scheiden bereits in dieser Stufe des Verfahrens aus.
Eine drei-köpfige Jury diskutiert und bewertet die übrigen Einreichungen in einer physischen Sitzung, bei der bis zu maximal fünf Projekte für das Jahresprogramm ausgewählt werden. Hierbei legt die Jury ein Augenmerk auf künstlerische Qualität und Originalität der Einreichung sowie darauf ein ausgewogenes Programm für das gesamte Jahresprogramm zu kuratieren.
Die ausgewählten Projekte werden bis spätestens Herbst 2026 kontaktiert. Die Präsentation des Jahresprogramms erfolgt mit Anfang 2027. Die Auswahl erfolgt unabhängig von Nationalität, ethnischer oder sozialer Herkunft, Alter, Behinderung, sexueller Identität oder Geschlecht.
- Tags: Ausstellung, Bildende Kunst