NACH:DENKMAL Fuchsbau-Festival

Frist: Montag, 30. Mai 2022

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Denkmäler sind hochpolitische Orte. Spätestens seit dem gewaltvollen Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis stehen Denkmalstürze emblematisch für öffentlich ausgetragene Konflikte um Erinnerungskultur: Der Wunsch nach einer vielfältigeren und diversen Form des Erinnerns entfacht entlang materieller Repräsentationen aus der Vergangenheit. Bleiben Erinnerungsperspektiven unberücksichtigt, die nicht hegemonialen Erinnerungsnormen entsprechen, werden folgende Fragen laut: Wie umgehen mit einer im nationalen Narrativ bewusst verdrängten Vergangenheit? Was tun mit Denkmälern, die (ehemalige) Gewaltherrschaft heroisieren? Es besteht Aufholbedarf in der Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur. Nach:Denkmal nimmt sich dieser Thematik an und sucht nicht nur theoretisch, sondern auch künstlerisch-praktisch nach Antworten zur Gestaltung diversitätssensibler Denkmäler von Morgen.

Nach:Denkmal sucht ambitionierte, interdisziplinäre und künstlerische Vorhaben, die heterogene, offene und multiperspektivische Denkmäler entwerfen und der Diversität unserer Gesellschaft gerecht werden.

Angesprochen sind Künstler*innen aller Disziplinen, die Gegendenkmäler entwerfen. Sie sollen bestehende Denkmäler herausfordern, mit veralteten Repräsentationscodes brechen und Ausdrucksformen und Möglichkeiten von Erinnerung weiterdenken. Nach:Denkmal fordert dazu auf, sich aktiv an der Geschichtsschreibung im öffentlichen Raum zu beteiligen. Explizit erwünscht sind Einsendungen von Künstler*innen, deren Geschichten über und Erinnerungen an (Gewalt-)Vergangenheiten (noch) keine Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit erlangt haben. Wir ermutigen Personen ausdrücklich zur Bewerbung, die sich gesellschaftlich unterrepräsentierten Gruppen zugehörig fühlen.

Ein im künstlerischen Vorhaben bestehender Hannoverbezug ist willkommen, jedoch keine Voraussetzung für die Bewerbung. Die Arbeiten werden über den dreitägigen Zeitraum des Fuchsbau Festivals 2022 den Festivalbesucher*innen präsentiert. Weitere Ausstellungsmöglichkeiten können ggf. während des weiteren Arbeitsprozesses definiert werden. Rückmeldung: Anfang Juni 2022 Treffen für beteiligte Künstler*innen: tba